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Xanthohumol im Bierbrauen: Aromatik, Technik und StabilitÀt

Xanthohumol (XN), ein prenylflavonoides Polyphenol aus Hopfen, beeinflusst Bier sowohl technisch als auch sensorisch, bleibt aber wÀhrend der Brauereiprozesstufen stark reduziert vorhanden. WÀhrend der Maische- und Kochphase isomerisiert es zu Isoxanthohumol (IX), wobei bis zu 80 % verloren gehen; weitere Verluste entstehen durch Trubabscheidung, Hefeadsorption und Filtration.[1][2][5]

Technische Verhalten im Brauprozess

XN löst sich bereits in der Maische löslich, zeigt aber thermische InstabilitĂ€t im Kochkessel, wo es zu IX umgewandelt wird – ein Prozess, der bei höheren Temperaturen und lĂ€ngeren Kochzeiten beschleunigt wird.[1][3] WĂ€hrend der GĂ€rung adsorbiert XN an Hefezellen, wobei Topfermentationshefen weniger Verluste verursachen als UntergĂ€rhefen; Filtration und Stabilisierung (z. B. PVPP) reduzieren es weiter um 50 % oder mehr.[3][4] Dunkle Biere mit gerösteten Malzen weisen höhere XN-Werte auf (bis 3,3 mg/L), da hochmolekulare Maltkomponenten die Isomerisation hemmen.[3]

Aromatischer Einfluss im fertigen Bier

XN trĂ€gt nicht primĂ€r zur Bittere, Aroma oder Schaumbildung bei, sondern wirkt subtil antioxidativ und stabilisierend auf Polyphenole, was die AlterungsstabilitĂ€t verbessert und Oxidation von Aromastoffen verzögert.[1][4] Sensorisch ist sein Einfluss minimal und nicht dominant; es modifiziert eher die Gesamtpolyphenolmatrix, was zu einer weicheren MundgefĂŒhlentwicklung fĂŒhren kann, ohne spezifische Noten wie Citrus oder KrĂ€uter zu erzeugen.[4] In Dry-Hopped-Bieren bleibt XN besser erhalten und könnte antioxidative Effekte verstĂ€rken, ohne nennenswerten Geschmacksbeitrag.[3]

Hopfen und Brautechnik zur XN-Erhöhung

Hopfensorten mit hohem XN-Gehalt (z. B. Hallertauer Magnum, Taurus) und spĂ€te/spĂ€t-Kochgaben maximieren den Transfer, ebenso wie XN-angereicherte Hopfenprodukte oder dunkle MalzzusĂ€tze.[2][4] Niedrige WĂŒrfevergĂ€rungsraten und Verzicht auf Stabilisierung erhöhen den XN-Gehalt im Endprodukt, wobei Pasteurisierung nur geringe Verluste verursacht.[3][4]

Quellen

  1. Gahr (2020): The Stability of Bitter Substances in Beer During the Ageing Process
  2. MagalhĂŁes et al. (2008): Enriched Hop Product on the Behavior of Xanthohumol
  3. Narziß (2019): Impact of Malt, Xanthohumol Dosage, Wort and Storage
  4. Wunderlich et al. (2005): Enrichment of xanthohumol in the brewing process
  5. Stevens & Page (2004): Quantitative analysis of xanthohumol in hops and beer

Xanthohumol im Bier: Technische StabilitĂ€t, sensorische Effekte und Brauereistrategien fĂŒr höhere Gehalte.