Kurzprofil Hallertauer Tradition
| Hopfentyp | Aromasorte |
| Ursprungsland | Deutschland, Hopfenforschungszentrum Hüll |
| Anbaugebiete in Deutschland | Hallertau, Tettnang, Spalt, Elbe-Saale, Baden-Bitburg |
Anbauländer | DE, AUS, FR, PL, UKR, AR |
| IHGC-Code | HTR |
| Reife | mittelfrüh |
| Abstammung | Hallertauer Gold × männliche Selektion 76/015/106 |
| Lagerstabilität | gut |
| Ertrag (typischer Bereich) | ~ 2 t/ha getrocknete Dolden |
| Registrierung & Release | 1977 & 1992 |
| Substitute | Hallertauer Tango |
Analytisches Kurzprofil
| Alphasäure | 3,6 - 9,1% |
| Betasäure | 2,9 - 6,0% |
| Cohumulone | 27% der Alpha-Säure |
| Colupulone | - |
| Gesamtöl | 0,4 - 1,3 ml/100g |
| Myrcen | 17-42% des Gesamtöls |
| Humulen | 18–40 % des Gesamtöls |
| Farnesen | <0,5 mg/100g |
| β-Caryophyllen | - |
| Linalool | 5 mg/100g |
| β-Selinen | - |
| α-Selinen | - |
| Gesamtpolyphenole | 4.5–5 % der Trockenmasse. |
| Xanthohumol | 0.3–0.5 %. |
Aromaprofil und Sensorik
im Rohhopfen
Hallertauer Tradition wird sensorisch als überwiegend feinwürzig, leicht-grasig beschrieben. Die Grundcharakteristik ähnelt Hallertauer Mittelfrüh, weist jedoch oft eine etwas ausgeprägtere florale‑zitrische Komponente auf.
im Bier
Hallertauer Tradition liefert im fertigen Bier eine feine, gut integrierte Bittere. Die Bitterqualität wird typischerweise als „edel“, weich und harmonisch beschrieben und eignet sich besonders für hopfenbetonte, aber nicht aggressiv bittere Lagerbiere. Das Aroma weist vor allem Zitrus- und Limettenaroma, kombiniert mit holzigen, kräuterigen und grün-grasigen Noten, vor.
Brauereieinsatz und typische Bierstile
Hallertauer Tradition wird überwiegend als Aromahopfen genutzt und eignet sich auch für moderate Bittergaben im Sudhaus. Typische Einsatzbereiche sind klassische deutsche und internationale Lagerbiere wie:
- Pilsner & Lagerbiere (primärer Einsatzbereich)
- Export-Biere & Premium-Lager (für definierte Bitterintensität)
- Kölsch
aber auch Weizenbiere und milde Ales, bei denen ein feiner Hopfeneindruck gewünscht ist. Aufgrund des ausgeglichenen Aromas kann Hallertauer Tradition sowohl sortenrein als auch in Mischungen mit anderen Sorten gut kombiniert werden.
Anbaueigenschaften, Ertrag und Klimaresilienz
Züchterisches Ziel war die Verbesserung von Ertrag und Krankheitsresistenz gegenüber Hallertauer Mittelfrüh, was mit höheren durchschnittlichen Hektarerträgen und einer breiten Anbauverbreitung erreicht wurde. Versuchsdaten zeigen Erträge von etwa 1750–2200 kg/ha bei mittelfrüher Reife.
- Typischer Ertrag: ~ 2,0 t/ha
- Ertragsstabilität: -
- Krankheitsresistenz: widerstandsfähig gegenüber Welke, Peronospora, und Echtem Mehltau. Empfindlich gegenüber Blattläuse
- Trockenstressresistenz: mittlere bis gute Klima-Toleranz, robuste Anpassung an Region
- Optimale Anbauregionen: DE
Vergleich ähnlicher Hopfensorten
vs. Hallertauer Mittelfrüh: Hallertauer Tradition wurde explizit als Mittelfrüh‑Nachfolger mit ähnlichem Aromaprofil, aber höherem Ertrag und besseren Resistenzen gezüchtet. Mittelfrüh weist tendenziell niedrigere Alphasäuren (typisch 2.3–6.6 %) und geringere Hektarerträge (~1.25 t/ha) auf, dafür aber ein besonders feines, klassisches Hallertauer Aroma mit stärker holzig‑blumigen Noten.
vs. Tango: Tango wurde explizit als Hallertauer Tradition-Nachfolger gezüchtet. Fruchtigere Aromen von Passionsfrucht und Grapefruit mit einer bekannten harzigen Note aus dem Vorgänger. Deutliche Vorteile bietet diese Sorte bei der Resistenz gegen Krankheiten, Einsparung von Dünger und stabilen, hohen, qualitativen Erträgen.
vs. Tettnanger: Tettnanger gehört ebenfalls zur den klassischen Sorten, zeigt aber eine ausgeprägter pfeffrig‑würzige teeartige Aromatik mit meist noch niedrigeren Alphasäuren (ca. 2.5–5.5 %) und deutlich höherem Farnesengehalt. Im Vergleich wirkt Hallertauer Tradition zitrusbetonter und etwas kräftiger im Aroma, während Tettnanger subtiler, stärker floral‑würzig und besonders für sehr fein balancierte Lager geeignet ist.
vs. Spalter Select: Spalter Select liefern mild‑florale, holzig‑würzige Noten bei geringeren Alphasäuren (ca. 2–5 %) und sehr weicher Bittere. Hallertauer Tradition positioniert sich mit etwas höherer Bitterleistung und zitrischer Komponente zwischen diesen sehr milden Spalt‑Typen und den kräftigeren modernen Aromasorten.
Hallertauer Tradition bei proHops.eu
In dieser Kategorie findest du Hallertauer Tradition in verschiedenen Jahrgängen und Foliengrößen. Die Produktseiten enthalten die konkrete Analytik der Charge sowie Details zu Herkunft und Verarbeitung. Der Hopfen Hallertauer Tradition ist ideal für traditionelle deutsche Brauereien und Craft-Brauer, die klassische Lagerbiere wie Pils, Helles, Export, Bock und Kölsch mit feiner, edel-würziger Hopfennote brauen. Bei der Entwicklung neuer Rezepte wird laut GfH besonders der Nachfolger Tango empfohlen.
Weiterführende Fachquellen
Für eine vertiefte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Hopfen Hallertauer Tradition eignen sich insbesondere offizielle Sortenbeschreibungen. Die folgenden Quellen liefern detaillierte Analysen zu Sensorik und Agronomie:
Hopfenforschungszentrum Hüll – Sortensteckbrief „Hallertauer Tradition“
https://www.hopfenforschung.de/en/sorte/hallertauer-tradition/BarthHaas - Hallertauer Tradition - Hopfenprofil und Aromaprofil
https://www.barthhaas.com/hops-and-products/hops/hallertau-traditionHopsteiner – Variety Data Sheet „Hallertauer Tradition“ mit Bitter‑ und Aroma‑Komponenten sowie agronomischen Kennzahlen.
https://pim.hopsteiner.de/de/varieties/htr